Die Arbeit versteht sich als zeichnerisches Erinnerungsarchiv, das Erinnerung als subjektiven, prozessualen und konstruierten Zustand untersucht. Digitale Aufnahmen werden durch bewusste gestalterische Entscheidungen in Zeichnungen überführt, um den Akt des Erinnerns nicht nur zu dokumentieren, sondern performativ nachzuvollziehen und zu internalisieren. Die Zeichnung fungiert dabei als zentrales Medium: fragmentarisch, zeitgebunden und von Entscheidungen geprägt zeigt sie, was bleibt, sich verändert oder verschwindet. So entsteht ein Archiv aus 2.520 Zeichnungen, das ein Jahr persönlicher Momente, Orte und Beziehungen umfasst. Das Archiv begreift sich als innerer, gestalteter Raum und thematisiert die Suche nach Zugehörigkeit jenseits eines eindeutig verorteten geografischen Zuhauses.