Die Arbeit untersucht Intuition als eigenständige Erkenntnisform. Auf Basis des SCOP-Modells (State–Context–Property) wird gezeigt, wie vorreflexive Wahrnehmung Situationen, Atmosphären und Bedeutungen erfasst – nicht als Bauchgefühl, sondern als verkörpertes, relationales Wissen, das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung stärkt. Gestaltung prägt Zugehörigkeit, Macht, Orientierung und Resonanz. Subjektive Wahrnehmung, kulturelle Prägung und situativer Kontext beeinflussen maßgeblich, wie die Welt empfunden wird. Intuition ist hier oft das Medium, über das Menschen solche komplexen Eindrücke verdichten und bewerten. Qualitäten wie Resonanz, Stimmigkeit und Unsichtbarkeit werden gefasst und in ein adaptiertes Modell integriert. Die Theorie strukturiert Intuition, ohne sie zu reduzieren: Sie macht das Spürbare vermittelbar – und lässt Raum für das Unverfügbare.